Saison 2025

So gerne ich mit Freunden oder Clubmitgliedern unterwegs bin – Alleinsegeln hat für mich einen besonderen Reiz. Ich habe immer dabei: Musik aus meinem Telefon, salzige Cracker oder Tortilla-Chips, Wasser, Apelsaftschorle oder Wein. Nach der Arbeit noch eine kleine Abendrunde ist perfekt. Oft bin ich dann am Ende des Tages nicht nur auf dem Boot allein, sondern auf dem ganzen Ammersee. Der See gehört mir!

Und das beste: Wenn der Wind aufhört und ich mitten auf dem See stehe, dann darf ich ganz legal den Motor nutzen, um wieder an meine Boje zu kommen. Und schließlich muss der Motor ja von Zeit zu Zeit laufen, sonst geht er kaputt ;D

Zu meiner Ehrenrettung als Segler bleibt mir nur zu sagen, dass ich natürlich immer Ausschau halte, ob noch ein anderer Segler aus der Herrschinger Bucht vielleicht gerne wieder nach Hause möchte und so habe ich schon so manches Boot abends mitgeschleppt. Leider ohne mich mit dem anderen Segler noch nett unterhalten zu können. Mein Motor ist so laut, dass jeder Konversationsversuch scheitert!

Saison 2024

Bootsleben: Einfach mal auf meine Passlatant und dann sehen, wozu mich Wind und Sonne einladen. Natürlich schaue ich immer auf die Wettervrohersage, bevor ich auf die Passlatant gehe. Aber manchmal kommt es doch anders, als erwartet, und manchmal sogar viel besser!

Ein Tag Anfang Mai wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben: Er fing ganz entspannt mit 1 – 2 Beaufort an. Ich habe das Großsegel gesetzt und die Genua ausgerollt, um von meiner Boje abzulegen. Herrlicher Sonnenschein, ich war früh dran, also alles ganz entspannt. Als der Wind stärker wird wechsele ich zur Fock und entscheide mich für die große Nordrunde. Da der Wind stärker wird, lege ich das erste Reff ein, um die Passlatant wieder aufrechter zu segeln. Noch zu viel, also zweites Reff. Immernoch zu viel, also Großsegel ganz runter. Da in der Herrschinger Bucht inzwischen ziemlich Welle war, bin ich zurück ans Westufer. Am Ende eines herrlichen, sonnigen und wilden Segeltages bin ich dann nur noch mit der Fock von Dießen nach Herrsching gesegelt, um wieder an meiner Boje anzulegen. Ich habe mich also den Tag lang regelrecht „durchgerefft“ und das alles bei herrlichem Sonnenschein.

Saison 2023

Endlich wieder bei der 24-Stunden-Regatta dabei – und das mit meiner Passlatant! Ich habe eine tolle Crew gefunden und wir starten voller Begeisterung im Mittelfeld. Um schon kurz darauf zu den letzten zu gehören. Zugegeben, der Beginn war deprimierend. Aber meine Passlatant ist einfach kein Regattaschiff, sie ist gemütlich und sicher und als dann kurze Zeit nach dem Start der Wind eingesetzt hat – und bis zum Ende ziemlich stark und böig geblieben ist – haben wir genau diese Eigenschaften sehr zu schätzten gewusst.

So gab es auf der Passlatant immer einen frischen, heißen Kaffee, sogar mitten in der Nacht. Und wenn wir andere Schiffe mit ordentlich Schräglage beim Kämpfen mit den Böen gesehen haben, haben wir einfach unser Vorsegel von der Genua auf die Fock gewechselt und sind nahezu aufrecht weitergesegelt. Am Morgen hat es direkt neben uns sogar ein Kielboot regelrecht aufgestellt und es ist unkontrolliert in den Wind gedreht. Wir hatten binnen Sekunden alle Segel unten und haben uns das Ganze erstmal angesehen. Um dann die Segel genauso schnell wieder zu setzten und weiterzusegeln, als die Böenwalze durch war.

Mit meiner Passlatant kann man nicht gewinnen, aber trotzdem ambitioniert segeln und unser Ziel, nicht die letzten zu sein, haben wir erreicht. Und wir hatten 24 Stunden ununterbrochenen Spaß bei der ganzen Sache, auch als es dunkel, kalt und windig war und sogar noch kurze Zeit geregnet hat. Jeder hatte mehrere Stunden Schlaf, denn zum Segeln reichen zwei Crewemitglieder und der dritte hatte quasi frei.

24 Stunden Westwind bedeutet: Auf dem Weg von St. Alban nach Schondorf wurde geschlafen, auf dem Weg von Schondorf nach Herrsching herrlich gesegelt und auf dem Weg von Herrsching nach St. Alban galt es, den aufkreuzenden Schiffen auszuweichen und eine Kollision zu verhindern. In der Nacht war das ziemlich stressig. Aber dann kam ja zum Glück wieder der Schlafkurs…..

Riesigen Dank an meine tolle Crew!

Saison 2022

Erstes Winterlagergesetz: Wer im Herbst als letzter aus dem Wasser geht, muss im Frühjahr als erster wieder rein. Ganz einfach, weil er auf dem Lagerplatz sonst im Weg rumsteht.

Wir fangen also am 3. April mit dem Segeln an und müssen erstmal die Passlatant vom Schnee befreien. Es ist saukalt! Am 6. April kommt die Sonne heraus und wärmt den Tag. T-Shirt-Segeln und Sonnencreme sind angesagt. Geht doch! Am 10. April starten wir hochmotiviert in Richtung Dießen. Um schließlich im 2. Reff und mit der Sturmfock noch zum äußersten zu greifen: Wir befestigen die Sprayhood, da ständig Wasser ins Cockpit spritzt. Es ist kalt, nass und bockig. In Dießen ist der Wind plötzlich total weg. Wir kochen einen heißen Tee und wärmen unsere Hände an den Tassen! Was für ein Ritt! Nach ein paar schönen Segeltagen liegt die Passlatant am 24. April wieder unter einer Schneedecke an der Boje. Das war wirklich ein Aprilstart in die Saison!

Im Winter hatte ich den Petroleumherd ausgebaut und zu Hause geübt, wie man ihn startet. Nach 10-maligem Ansehen des einzigen vernünftigen You-Tube-Videos zu diesem Thema habe ich es sogar geschafft und war so lange stolz, bis die Rauchmelder in meinem Wohnzimmer Alarm gegeben haben. Ok, die habe ich bei der Gelegenheit also auch getestet.

Im Ergebnis war aber klar, dass ich den Brenner erst 3 Minuten mit Spiritus vorheizen muss, damit das Petroleum brennt. In 3 Minuten habe ich mit dem Spiritus aber auch genau eine Tasse heißes Wasser produziert. Jetzt gibt es einen 3-Minuten-Spiritus-Messbecher auf der Passaltant und wenn ich nicht gerade Nudeln koche, dann reicht das für ein heißes Getränk.

Saison 2021

Ein Traum geht in Erfüllung: Mit meiner Passlatant werde ich in Zukunft über den Ammersee segeln.

Nach jahrelangen Mittagspausen unter dem Motto „Mal sehen, was auf dem Bootsmarkt im Internet so los ist“ habe ich plötzlich ein Boot gesehen, das genau zu mir passt. Und jetzt hängt es segelfertig an meiner Boje in der Herrschinger Bucht.

Es ist April 2021, ich bin Bootseignerin, es scheint die Sonne – und es ist gefühlt immer Flaute. Ich habe alles eingeräumt, alles angeschaut, die Segel hoch und runter. Aber außer Sonnenbaden ist erstmal nichts drin. Bis sich plötzlich endlich das Wasser kräuselt. Aber ich bin allein auf der Passlatant. Allein Ablegen – allein Segeln – allein Anlegen. Alles noch nie gemacht. Wetterprognose: Es bleibt den ganzen Tag bei leichtem Wind aus West. Also Leinen los!

Nach den ersten Ausfahrten ist klar. Die Passlatant ist absolut einhandtauglich und wir sind ein Team. Meine Passlatant und ich. Ein Traum ist wirklich wahr geworden.

Saison 2020

Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr: Corona. Alle Segel-Törns wurden abgesagt und meine geplante Reise nach Schweden fällt auch aus.

Aber wie gut geht es uns doch hier am und auf dem Ammersee, in diesem wunderschönen Segelrevier!

Segeln ist erlaubt, ist möglich, ist sicher. Und gibt in Tagen voller Einschränkungen ein Gefühl von Freiheit. Fair Winds!